marie.lautgedacht
in zu großen schuhen
[ geschichten in wort & bild ]
#4
“Muss ich immer alles müssen was ich kann?
Eine Hand trägt die Welt, die andere bietet Getränke an.
Ich kann mit allen 10 Füßen in 20 Türen
und mit dem 11. in der Nase Ballete aufführen:
Aber wenn ich könnte wie ich wollte, würd ich gar nichts wollen.
Ich weiß aber dass alle etwas wollen sollen.”
Wir sind Helden - Müssen nur Wollen
.
ich will nichts. und dennoch will ich etwas wollen, weil ich weiß, dass ich es bekommen würde. aber ich will nichts.
willenlos.
.
Außen feiere ich Weihnachten, innen Jul.
.
Weihnachts-Winter-Depressionen. Und das Gefühl hier nicht hinzugehören, nicht in dieses große Puzzle der Welt zu passen und trotz meines gezwungenen Da-Seins und dem Anpassenmüssen nicht Teil dieses Spiels zu sein.
fehlamplatz. teilnahmslos.
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#3
Ich habe eine furchtbare Wut auf diese Welt und auf die Menschen. Auf die Menschen, die es interessiert, dass im letzten Jahr fünf Topmodells gestorben sind, während täglich 30.000 Kinder verhungern.
Ich bin so wütend.
Und wisst ihr was? Ja, ich halte mich für was besseres. Und ich kann die Dummheit mancher Menschen einfach nicht ertragen.
einblick. mit neuer webcam. und einem üblen knutschfleck.
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#2
es ist wie mit den briefen.
der körper ist der beschwerer unserer gedanken. ohne ihn würden sie beim kleinsten windzug, beim zartesten hauch von freiheit fort fliegen. zum fenster hinaus in die welt. und vielleicht würden sie nie wieder zurückkehren.
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#1
dezemberkälte. dezemberdunkel.
.
nach fünf jahren werde ich vom metall in meinem mund befreit. ich freue mich so.
.
diese woche sehe ich merlin wieder. merlin, der nun ein ganz anderer zu sein scheint. merlin, den ich niemals aufgegeben habe und niemals aufgeben werde. der zauberer.
#16
ich weiß nicht, ob es hilft, über dinge zu reden. ob worte knoten lösen können.
vom regen zu reden ändert zwar nicht das wetter -
aber wenn das reden dir schwer fällt und du trotzdem nach worten suchst, sie vielleicht findest und einem anderen menschen zeigst, dann fällt der regen vielleicht zärter, auch wenn er immer noch weh tut.
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#15
der regen fällt
bäume und ihre farben
laufen aus
reiner neugier
dem wind hinterher
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#14
Leben zweckverfremdet.
Wer bin ich?
-“Bist Du ein Mensch?”
-“Ich bin äußerlich menschlich. Und ich bin tief in der Gesellschaft verankert.”
-“Bist Du der Kapitalismus?”
-“Stimmt, der ist nur außen menschlich. Aber nein.”
-“Bist Du der Weihnachtsmann?”
-“Ja!”